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Update (01.06.2021) Freispruch für Alexander Schiebel! Karl Bär weiter vor Gericht...

Im Prozess des Filmemachers Alexander Schiebel sieht der Richter den Tatbestand der “üblen Nachrede” nicht für gegeben und erteilt einen Freispruch! Ein großer Sieg für die Meinungsfreiheit. Für Karl Bär, den Agrarreferenten des Umweltinstituts München, geht der Prozess leider weiter (der nächste Prozesstag ist im Oktober) – jedoch werden die AktivistInnen nicht klein beigeben: mittels Zeuginnen und Zeugen sowie umfangreichen Daten soll das Ausmaß des Pestizideinsatzes in Südtirol belegt werden. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Update (27.5.2021) Pestizidprozess in Südtirol geht weiter!

Obwohl ursprünglich von den Klägern anders behauptet, wird der Südtiroler Pestizidprozess doch nicht eingestellt, sondern die Klage bleibt erhalten. Am 28.5.2021 ist der nächste Prozesstag, bei dem auch Alexander Schiebel der Autor und Filmemacher („Das Wunder von Mals“) vor Gericht erscheinen muss. Doch dies soll nicht hinter verschlossenen Türen passieren. Alexander Schiebel möchte diesen Angriff auf die Meinungsfreiheit sichtbar machen. Er sammelt Finanzierung für einen Kinofilm, um über den Südtiroler und noch andere Pestizid-Prozesse zu berichten. Du kannst seine Crowdfunding-Kampagne auf gofundme unterstützen.

WARUM DIESER FILM SO EINE BEDEUTUNG HAT:

Weil es ein Film ist…

  • über eines unserer größten Probleme (die intensive Landwirtschaft mit hohem Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide),
  • über einen unserer wichtigsten Kämpfe (gegen Lobbies, die uns den Mund verbieten wollen), 
  • und über unsere gemeinsame Stärke (Vernetzung und Zusammenhalt!)

Vor Gericht wegen Kritik an Pestiziden

Immer mehr Menschen und Organisationen üben Kritik am Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden. Und das zurecht, wie eine Vielzahl von Studien  und Büchern belegen. Leider ist dieser Einsatz für unser aller Zukunft – denn hier geht es um unsere Lebensgrundlage, fruchtbare Böden und intakte Ökosysteme – für diese Kritiker und Vorausdenker nicht immer ungefährlich.  

Wir wollen euch daher heute von sogenannten SLAPPs und zwei konkreten Fällen berichten, in denen Pestizid-Gegner vor Gericht stehen oder bereits verurteilt wurden. Durch mehr öffentliche Aufmerksamkeit können wir diese Angriffe auf die Meinungsfreiheit sichtbar machen und in Zukunft verhindern!

Pestizide in französischem Wein aufgezeigt: 125.000 € Geldstrafe für Valérie Murat

Valerie Murat hat in Laboruntersuchungen von 22 verschiedenen Weinen aus der Region Bordelais in der Nähe von Bordeaux, 28 verschiedenen Pestizide nachgewiesen und das Ergebnis veröffentlicht.
Am Donnerstag, den 25. Februar 2021 wurde sie nun zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 125.000 € an den Branchenverband für Bordeaux-Weine verurteilt und das, obwohl sie lediglich auf im Labor untersuchte Tatsachen öffentlich aufmerksam gemacht hat und sich dafür einsetzt, die Risiken und Nachteile des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden bekannt zu machen. Valérie Murat wird Berufung einlegen. Lies Informationen und Hintergründe zu ihrer Initiative Alerte aux Toxiques (französisch) oder in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Südtiroler Pestizid Prozess

Weil das Münchner Umweltinstitut Kritik an dem massiven Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden im südtiroler Obstbau geäußert hat, wurden es vom Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft wegen übler Nachrede angeklagt. Im Falle einer Verurteilung kann es zu immens hohen Schadenersatzforderungen für das Institut und seine Mitarbeiter kommen. Auf der Website des Umweltinstitut Münchens könnt ihr Landesrat Schuller dazu aufrufen, seine Klage sofort einzustellen und auch mehr über die Inhalte des Prozesses nachlesen. Der nächste Prozesstag ist für den 28. Mai 2021 geplant – unterschreibe jetzt, um die Klage noch vorher abzuwenden! 

SLAPP Prozesse

Solche Klagen und Prozesse sind leider durchaus üblich und werden auch „SLAPPs“ (Strategic Lawsuits Against Public Participation) genannt. Viele dieser Prozesse dringen gar nicht bis an die Öffentlichkeit. Oft geht es den Klägern nämlich nicht einmal darum, die Angeklagten verurteilt zu sehen, sondern einfach deren Ressourcen für die Prozesse zu bündeln, sie über Jahre hinweg mit finanziellen Sorgen über Prozesskosten zu belasten und letztendlich zum Schweigen zu bringen.
Der Autor Alexander Schiebel möchte nun auch ein Buch über SLAPP Fälle aus ganz Europa schreiben. Du kannst ihn unterstützen und dieses Buch schon vorab bestellen. Mit deiner Unterstützung können wir die SLAPPS in Europa aufdecken und zukünftig verhindern. Denn was man bereits im Hinblick auf SLAPPS weiß, ist, dass die öffentliche Meinung und Aufmerksamkeit zählen! Je mehr Menschen über die Fälle Bescheid wissen und sich dagegen äußern, desto weniger werden sie eingesetzt.

Wir lassen uns nicht einschüchtern!

Kritik an chemisch-synthetischen Pestiziden zu üben, Studien dazu zu veröffentlichen und die eigene Meinung darüber zu äußern muss immer möglich sein und darf kein Grund für eine Klage sein! Falls doch, ist das neben dem verheerenden Angriff auf die Existenz der Angeklagten auch höchst verdächtig – wieso wird zu so harten Mitteln gegriffen, wenn doch aus Sicht der Kläger alles in bester Ordnung ist? Liegt es vielleicht daran, dass die Lobby selbst schon eingesehen hat, dass wir auf nachhaltigere Anbauformen umsteigen müssen und nur deswegen so aggressiv vorgeht, weil das alte System bereits auf wackeligen Beinen steht?

Fakt ist, dass wir weiterhin für den Schutz der Umwelt und somit unserer Lebensgrundlage einstehen werden. Wir werden weiter Studien über die Risiken des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden durchführen und veröffentlichen und uns für ökologische Alternativen für die Artenvielfalt, intakte Ökosysteme, fruchtbare Böden und eine enkeltaugliche Umwelt einsetzen.

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Oder Unterstütze unsere Arbeit für eine Zukunft frei von chemisch-synthetischen Pestiziden mit einer Spende, damit wir weiter unabhängig aufklären können und es eine offene und angstfreie Debatte für eine enkeltaugliche Umwelt gibt!

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