Teile den Beitrag!

Einmalige Chance: Machen wir die GAP enkeltauglich! Bio muss geschützt werden!

Am 15. April wurde erstmals österreichische Strategieplan zur Umsetzung der GAP (Gemeinsamen Agrarpolitik) präsentiert. Damit werden die Weichen für die Zukunft der Landwirtschaft und damit verbunden Umweltschutz, Biodiversität, Klimaschutz, Soziales etc. gestellt, denn diese werden direkt von der Gestaltung der jährlichen Agrarförderungen im Ausmaß von 2,2 Mrd. Euro beeinflusst.

Ein Konsortium aus Organisationen wie Global 2000, ÖBV, Erde und Saat, Arbeiterkammer, BirdLife uvm. hat diesen Strategieplan analysiert und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. So wie die Maßnahmen derzeit geplant sind, werden sechs der acht untersuchten Ziele klar verfehlt!

Welche Ziele verpasst Österreich? Wie lässt sich das ändern?

Die Analyse bezieht sich in erster Linie auf die folgenden European Green Deal Ziele, die im Rahmen der nationalen GAP-Strategien der EU-Mitgliesstaaten umgesetzt adressiert und berücksichtigt werden sollen: „Minus 50 % Nährstoffverluste“, „Minus 50 % Pestizideinsatz“, „10 % Naturflächen“, „Schutz von Bestäubern“, „Klimaschutz“, „25 % Biolandwirtschaft“, „Verbesserung bäuerlicher Einkommen“ und „Faire Arbeitsbedingungen“.
Diese Ziele zu verfehlen bedeutet, dass wir die Chance auf eine nachhaltige Ökologisierung der Landwirtschaft und der notwendige Schutz unserer natürlichen Ressourcen wieder für viele Jahre nicht umsetzt werden. Doch das können wir uns angesichts der Klimakrise und des Rückgangs der Artenvielfalt nicht leisten. Die gute Nachricht lautet jedoch: die AutorInnen haben die Lösungen zur Erreichung der Ziele bereits auf den Tisch gelegt – (siehe S. 9 – 69 Analyse Strategieplan zur GAP). Es liegt also an der Politik, diese im GAP-Strategieplan noch zu berücksichtigen und umzusetzen.

Wir dürfen Bio nicht verlieren!

Besonders kritisieren wir, dass die Biologische Landwirtschaft in dem Strategieplan zukünftig nicht mehr als eigene ÖPUL-Maßnahme sondern lediglich als „Top-Up“ Management-Maßnahme gehandhabt werden soll. Damit werden die systemischen Mehrleistungen und die vielen Vorteile von Bio für die Umwelt, das Klima, die Biodiversität und das Tierwohl nicht ausreichend berücksichtigt. Es besteht die Gefahr, Bio-Betriebe zu verlieren anstatt neue zu gewinnen! Das wäre das genaue Gegenteil von dem, was unser Planet dringend benötigt, nämlich mehr Biodiversität, Humusaufbau, eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide etc., wofür Bio in vielerlei Hinsicht die Lösung ist. Soweit darf es nicht kommen! Besonders in einem Land wie Österreich, das eine Bio-Vorreiterrolle in der EU einnimmt und sich dies auch auf die Fahnen schreibt, wäre das geradezu absurd und ein irreparabler Schaden. Detailliertere Informationen dazu findet ihr auch in diesem Artikel der Bio Austria. 

Die Tragweite

Die Tragweite des derzeit unzureichenden GAP-Strategieplans, lässt sich an der überwältigenden Unterstützung der vorliegenden Analyse und der darin enthaltenen Verbesserungsvorschläge, ablesen. Über 50 österreichische Organisationen, denen das Wohl der Gesellschaft und Umwelt am Herzen liegt, haben gemeinsam einen Apell an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus gerichtet mit der Aufforderung den Strategieplan zu überarbeiten und enkeltauglich zu machen. Mehr dazu in der heute veröffentlichten OTS-Presseaussendung.

NTZ_1

Wie geht es nun weiter?

Um noch rechtzeitig eine Änderung des Strategieplans zu ermöglichen, organisieren Global 2000, die ÖBV und BirdLife am 17.5. ein öffentliches Hearing. Ziel ist es, die AgrarsprecherInnen aller Parteien über die Risiken des Strategieplans zu informieren. Denn sie sind es, die letztlich über die Pläne zur GAP/zum ÖPUL abstimmen werden. Das Ziel ist es, die Chancen zu stärken, dass die im Strategieplan enthaltenen Maßnahmen, Förderungen etc. noch so adaptiert werden, dass Österreich enkeltauglich wird.

Nutzen wir diese einmalige Chance für die Gestaltung der nächsten 10 Jahre, die entscheidend sein werden!

Auch Ihr könnt euch zur Teilnahme an dem Hearing anmelden.

Willst du auf dem Laufenden bleiben?
Abonniere unseren Newsletter!

Teile den Beitrag!

Related Post

11. Juni 2021

GASTKOMMENTAR: Was sagt die Bio-Gastronomie zum REGIONALITÄTSHYPE?

Simon Ziegler von den BiowirtInnen erklärt, warum unser aller

13. April 2021

Ein bunter Strauß voller Pestizide zum Muttertag?

Nächsten Monat ist Muttertag. Ein extra großer Blumenstrauß für