Der Feldversuch: Existenz­sicherung für Bio-Bauern bei Pestizidabdrift

In der Landwirtschaft nennt man die ungewollte Verteilung von lokal ausgebrachten chemisch-synthetischen Pestiziden auf andere Flächen Abdrift. Dies geschieht durch die Luft, über Niederschlag und andere natürliche Prozesse, ist wissenschaftlich belegt und eine große Gefahr für Bio Bauern.

Die sorgsam beschützten Bio Ernten unserer österreichischen Bäuerinnen und Bauern können durch Abdrift unverschuldet vernichtet werden. Die belasteten Ernten können dann nur noch als “konventionell” oder gar nicht mehr verkauft werden. Eine existenzgefährdende Situation für den nachhaltig wirtschaftenden Bauern.
Der Ruf der Bauern nach einer raschen Selbsthilfe wurde laut, denn damit eine Versicherung zahlt, muss der Verursacher (der konventionelle Bauer) eindeutig identifiziert werden. Da Pestizide oft kilometerweit wandern, ist dies in der Praxis so gut wie unmöglich.

Schachmatt für BIO. 

Selbsthilfe und Existenzsicherung

2019 beschlossen deshalb rund 120 passionierte SONNENTOR Bio-Kräuter Bäuerinnen und Bauern in Österreich diese Maßnahme als erste Aktion des „Vereins zur Förderung einer enkeltauglichen Umwelt in Österreich“.

Alle SONNENTOR Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern sind Mitglieder unseres Vereins und geben einen kleinen Teil ihrer Erlöse als Beitrag in diese Existenzsicherung ab. Andere Spenden und Mitgliedsbeiträge werden NICHT für diese Aktion verwendet (außer explizit gewünscht – wir freuen uns natürlich sehr über solidarische Beiträge in dieser für Bio denkbar ungerechten Situation).

Mit der so generierten Summe werden Betroffene entschädigt, die ihre Ernte wegen einer Verunreinigung mit chemisch-synthetischen Pestiziden nicht mehr als Bio-Ware verkaufen können.

Dies ist eine erste, notwendige Absicherung gegen solche “Abdriftschäden” und gegen die damit einhergehende Existenzbedrohung.
Die Aktion ist eine “Erste Hilfe” bis die Politik sich diesem Thema annimmt und praktikable Lösungsansätze umsetzt oder der Austrag von chemisch-synthetischen Pestiziden rapide abnimmt und mehr Bauern biologisch wirtschaften dürfen.
Da dies natürlich nicht im Interesse der Hersteller der chemisch-synthetischen Pestizide ist, sehen wir uns am Anfang eines langen Weges.

Bis zum Erreichen unserer langfristigen Ziele, bietet diese Aktion eine essenzielle erste und effektive Hilfe und Lösung.

Wir teilen unsere Erfahrungen!

Wir beobachten derzeit ob sich die Summe, die die Bauern solidarisch durch Einzahlung eines Prozentsatzes ihrer eigenen Erträge stellen, langfristig für den Schutz aller Bauern ausgeht. Das Projekt wird daher zur Zeit nicht auf weitere Bauern ausgeweitet.

Wir freuen uns aber, unsere praktischen Erfahrungswerte bereits mit anderen Bio Anbau-Gemeinschaften zu teilen, damit sie es uns gleichtun können! Kontaktiert uns für weitere Informationen!

Unsere langfristige Forderung

Die Bundesregierung in Österreich muss sicherstellen, dass der Biolandbau in Österreich nicht durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden aus der konventionellen Landwirtschaft geschädigt wird. Dafür muss sie einen Schadensausgleichs-Fonds einrichten, finanziert durch 10% der jährlichen österreichischen Umsatzerlöse der Pestizidhersteller. 

Teile den Beitrag!

Bleib‘ dabei auf dem Weg zu einer enkeltauglichen Umwelt!

Du bekommst Infos zu unseren aktuellen Aktionen sowie Möglichkeiten als Teil der enkeltauglichen Bewegung selbst aktiv zu werden.