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Ein bunter Strauß voller Pestizide zum Muttertag?

Millionen Blumen werden am Muttertag verschenkt. Die bunten Sträuße haben oft eine weite Reise hinter sich. Sie stammen meist aus Afrika oder Südamerika und werden in den Niederlanden versteigert. Über 50% des weltweiten Blumenhandels wird so abgewickelt.

Bio bei Gemüsepflanzen für unsere Gärten ist mittlerweile ein Standard, bei Blumen und Zierpflanzen sieht es jedoch anders aus. Hier ist Bio oft noch unbekannt. Das Angebot in Österreich ist deshalb stark überschaubar, die Nachfrage steigt aber stetig. Und das muss sie auch, damit sich etwas ändert. 

Da es für Pestizide in Schnittblumen keine Grenzwerte gibt, wachsen die Blumen in Monokulturen, mit der Hilfe von viel Chemie heran. Das bringt schwerwiegende ökologische und gesundheitliche Folgen mit sich, vor allem für die ArbeiterInnen vor Ort.
Wie stark Blumen mit Pestiziden verseucht sind, ist oft unklar, einige Umweltorganisationen warnen aber vor ihrem Kauf. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor einigen Jahren Rosensträuße aus Berliner Geschäften untersuchen lassen. Acht von zehn Sträußen enthielten Rückstände von Pestiziden, die wie die Pilzbekämpfungsmittel Carbendazim und Chlorthalonil im Verdacht stehen, Krebs zu erregen und schon in kleinen Mengen Allergien auslösen können und Ekzeme bei den Arbeiterinnen, meist Frauen, verursachen. Sie hantieren oft ohne Schutzkleidung mit den giftigen Chemikalien und pflücken die Blumenpracht in hochbelasteten Gewächshäusern. 

Besser BIO!

Das gilt auch bei Schnittblumen. Jedoch ist das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für Bio-Blumen noch lange nicht so verbreitet, wie bei Lebensmitteln. Man isst die Blumen ja nicht, … auch wenn sie am Frühstückstisch stehen.

Fair Trade ist bei Blumen nicht Bio

Fair Trade macht es schon etwas besser. Die Standards umfassen soziale, ökonomische und ökologische Kriterien. Letztere verlangen, die eingesetzten Pestizide zu minimieren und zu kontrollieren, aber noch lange nicht, diese zu verbieten.
“Faire Bio-Blumen gibt es nicht, da Blumen in Plantagen-Monokulturen unter Glas beziehungsweise Folie angebaut werden, und daher sehr anfällig für Pilzbefall und Schädlinge sind. Bei einem Befall gäbe es häufig einen immensen Ernteverlust im Gewächshaus”, erläutert Edith Gmeiner von Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.).
Ein weiterer Aspekt ist der Anspruch der Käuferinnen und Käufer. Nur perfekt aussehende Schnittblumen gehen in den Verkauf.

Wir empfehlen: Heimische Bio Blumen

Beim Anbau von Bio-Blumen gelten gleich strenge Vorschriften wie bei Bio-Lebensmitteln. Bio-Schnittblumen wachsen entweder im Freiland oder in Gewächshäusern mit organischen Düngern wie zum Beispiel Horn, Kompost oder Schafwolle auf. Mineralische Dünger sind genauso tabu wie chemisch-synthetische Pestizide. Die Pflanzen bekommen stattdessen biologische Pflanzenstärkungsmittel: Pflanzliche Kräuterauszüge, homöopathische Präparate und Gesteinsmehle, oder ein Mix aus allem. Machen sich doch einmal Schädlinge breit, werden sie mit im Bioanbau zulässigen Pflanzenschutzmitteln wie Kaliseife bekämpft. Beim vorbeugenden Pflanzenschutz spielen Nützlinge die Hauptrolle. Raubmilben vertilgen Thripse und Spinnmilben. Gegen Läuse helfen Marienkäfer und Schlupfwespen.

Es kommt auf uns an!

Letztlich hängt es an UNS den Wandel herbeizuführen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wir entscheiden, ob Bio-Blumen sich ihren Markt erobern können!
Es lohnt sich also, im Blumengeschäft oder im Bioladen sowie im Supermarkt oder über Social Media einmal nachzufragen, wann die heimischen Bio Blumen ins Regal kommen, wo die Blumen herkommen und ob bekannt ist, ob sie mit Pestiziden behandelt wurden.

Sag mir wo die Bio Blumen sind

Mittlerweile gibt es bereits einige Gärtnereien, die ausschließlich Bio-Blumen anbauen. Das Angebot startet im Frühjahr mit Ranunkeln und Anemonen und wächst im Sommer mit Rosen und diversen Sommerblühern rasant an. Darüber hinaus gibt es immer mehr Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern, die ihr Sortiment um Blumensträuße oder Blumenfelder zum Selbstpflücken erweitern. Naturgemäß haben sie zwischen Mai bis Oktober das meiste zu bieten.
Wir haben für euch schon mal etwas recherchiert und diese Anbieter von Blumen ohne chemisch-synthetische Pestizidbehandlung in Österreich gefunden… (solltet ihr weitere Anbieter kennen, schickt sie uns!)

Niederösterreich: https://www.emilienhof.net/

Oberösterreich: www.baumschule-steiner.at

Steiermark: https://www.vomhuegel.at/ 

Tirol: https://www.blumenpark.at/

Vorarlberg: https://www.stauden-kopf.at/

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