100% BIO in Österreich und Regeneration geschädigter Flächen

Die Studie des FiBL und der BOKU zu „100 % Biolandbau in Österreich – Machbarkeit und Auswirkungen“ belegt, dass dieses Ziel keine Utopie ist, sondern absolut machbar und sogar notwendig, um unsere Böden für zukünftige Generationen zu erhalten.

“Es ist möglich, mit 100 Prozent Biolandbau die österreichische Bevölkerung mit österreichischer Bio-Produktion zu ernähren, und das, ohne die industrielle Wertschöpfung oder die Wertschöpfung aus dem Export einschränken zu müssen.” Das ist die gute Nachricht dieser wichtigen Studie der Autoren Martin Schlatzer (FiBL) und Thomas Lindenthal (Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit). 

Die Vorteile dieser enkeltauglichen Strategie sind ebenso bemerkenswert:

Die Treibhausgasemissionen in Österreich würden drastisch reduziert

Der Volkswirtschaftliche Nutzen wäre beträchtlich!
Es gäbe Einsparungen von mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr an Ausgaben, die sonst für die Kompensation der externen Folgekosten der konventionellen Landwirtschaft (Flurschäden, Verunreinigungen von Wasser etc.) verwendet werden.   

Das ist großartig! Also, was müssen wir dafür tun?

Neben dem Ziel

  • unsere Politik dazu zu bewegen dementsprechend zu agieren – auch wenn dies Veränderung bedeutet und sicherlich nicht den Interessen von Pestizidherstellern und Agrar-Lobby entspricht –  müssen auch wir alle bereit sein 
  • unseren Fleischkonsum zu reduzieren und
  • Lebensmittelabfälle zu minimieren

Beachtet man das oft unvorstellbare Tierleid in der konventionellen Massentierhaltung (ja, durchaus auch in Österreich!) und den Wahnsinn der Lebensmittelverschwendung, sind diese Anforderungen an die Gesellschaft eigentlich zwei erstrebenswerte Ziele, die wir alle erreichen möchten, um uns  enkeltauglich auf unserem Planeten zu benehmen.

Egal, von welcher Seite man es betrachtet – ob als Elternteil, Kinderfreund, Naturschützer, Tierliebhaber, Ethiker, Bauer oder Ökonom, 100 Prozent Bio wäre ein riesengroßer Gewinn (und eine Notwendigkeit) für die österreichischen Böden, die Artenvielfalt, Tier- und Pflanzenwelt, Landwirte, Konsumenten, den Staatshaushalt, Ethik und … unsere Kinder und Enkel!

Dieses Modell zeigt auch endlich – nach langer Zeit – wieder auf, dass Landwirtschaft und Umweltschutz keine Gegensätze sein müssen, wenn die Rahmenbedingungen und die Absichten stimmen und die Politik die entsprechenden Maßnahmen zum Wohle aller setzt. 

Der Biolandbau setzt auf eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, Familienbetriebe werden erhalten, der Grad der Selbstversorgung in Österreich wird ausgebaut und außerdem wird dadurch der Pestizideinsatz in Österreich massiv reduziert, was uns unsere Gesundheit und unsere Enkel danken werden. 

All das zeigt deutlich, dass sich Österreich auf seine Vorreiterrolle im Biolandbau besinnen und die Ökologisierung der Landwirtschaft zum zentralen politischen Ziel machen muss.

Und so stünde es eigentlich auch im Regierungsprogramm 2020 – 2024: 

  • “Positionierung der biologischen und nachhaltigen Wirtschaftsweise als strategisches Element zur Erreichung der umwelt- und klimapolitischen Ziele in der Landwirtschaft”
  • “Vorreiterrolle Österreichs in der biologischen Wirtschaftsweise in Europa weiter ausbauen”

Das hört sich wunderbar an, nur ist unserer Meinung nach, in der Praxis davon nicht genügend zu merken.

Unsere Forderungen

Ein klares öffentliches Bekenntnis Österreichs zum Schutz und zur Förderung der Biolandwirtschaft und zur Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden sowie ein nachvollziehbarer Schritt-für-Schritt Plan für eine zeitnahe praxisorientierte Umsetzung

Veröffentlichung und Berücksichtigung aller Folgekosten der Konventionellen Landwirtschaft bei der langfristigen strategischen Planung und Förderungsvergabe – zugunsten der Entwicklung der Bio Landwirtschaft und des Bio Marktes.

Kampagnen zur Umsetzung eines gesunden und umweltverträglichen Fleischkonsums in Österreich.

Gesetzliche Rahmenbedingungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

Ein Flächenschutz-Plan zur Erhaltung fruchtbarer landwirtschaftlicher Böden.

Was wir dafür tun

Wir arbeiten bereits täglich am Ausbau des Bio Anbaus und Marktes in der Praxis gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Bio Bauern und Wirtschaftsbetrieben. Wir vernetzen uns und realisieren, was die derzeitigen Gesetze und Förderungsbedingungen ermöglichen.

Doch das reicht nicht, deshalb forschen wir unabhängig weiter, belegen und beweisen die ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Biolandbaus und betreiben – gemeinsam mit unserem Kommunikationsnetzwerk – breite Bewusstseinsbildung. Wir warten nicht, wir agieren so, wie wir es uns eigentlich von der Politik, durch unsere Steuern und Beiträge finanziert, wünschen würden.

Wir wachsen ständig, finden täglich mehr Gehör und machen weiter. Wir werden lauter, bis es für die Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen ausreicht. Wenn es notwendig ist, erstellen wir auch noch den Schritt für Schritt Plan mit unseren Bauern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsunternehmen selbst, um zu beweisen, dass dies der nachhaltigste und wirtschaftlich sinnvollste Weg im Sinne der Bevölkerung Österreichs ist.   

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